Mehr Tilt als Shift

March 25, 2016  •  Kommentar schreiben

Heute möchte ich über meine neue, alte Linse berichten, der ich mit ein paar Handgriffen einen neuen Sinn verpasst habe. In der letzten Zeit habe ich mich sehr viel mit Bouquet und der Physik der Optik beschäftigt. Techniken wie die Brenzinger Methode sind zwar eine extrem coole Technik aber in der Praxis und im Eifer des Gefechtes nicht immer einfach umzusetzen. Aber wie dennoch ohne großen Aufwand ein abgefahrenes Bouquet erzeugen? Nach einigen Recherchen kam ich auf das Thema „Freelensing“ und probierte sogleich die Linse vorm Body zu halten und zu verschränken (Tilt). Das Ergebnis war schon recht interessant aber Streulicht hatte einen recht negativen Bildeffekt, den ich nicht wollte. Einige Webseiten weiter und ich fand Anleitungen, wie man aus wenigen Handgriffen eine Tilt-ShiftLinse selbst baut. Da ich noch ein altes 50mm 1.4 mit M42 Gewinde hatte, welches ich an meinen Sony Alpha 6000 betreibe, konnte ich dieses wohl ganz gut dafür nutzen. Mit Hilfe einer Gummi-Manschette, die ich mir aus den USA bestellt habe (nur die passte nahezu exakt) und einen SonyBodyDeckel, war der „Rüssel“ recht simpel zusammengebaut. Ich muss aber noch betonen, dass ich an der Linse nichts geändert habe. Weder auseinandergeschraubt, noch auseinandergesägt.

photo-krauseTilt Alpha 6000

Aber was macht jetzt dieser Rüssel so und wie Fotografiert man damit?! Also letzteres wird alles manuell gemacht. Einen AF Motor besitzt die Linse nicht und die Blende stellt man am Blendenring ein. Fokussieren erfolgt somit auch manuell, indem man den Balgen entsprechend zusammendrückt oder auseinanderzieht. Die Alpha 6000 besitzt eine Kantenanhebung, die für das manuelle Fokussieren einfach genial ist. Die Kamera hebt kontrastreiche Kanten an, indem sie diese farblich im Sucher oder auf dem Display untermalt.

Also die Kanten, die im Fokus sind, die erscheinen in einer gelben Farbe. Wenn man nun die Linse Verschränkt, so verläuft die Linse nicht mehr parallel zum Sensor und das Licht bricht nicht mehr in der Mitte. Dadurch entsteht ein sehr abgefahrener Tiefenschärfenverlauf. Bildaufbau und Tiefenschärfelauf in Kombination macht dann durchaus ein sehr ungewöhnliches Foto, welches man nur sehr umständlich mittels Bildbearbeitung erzielen könnte.

Diese Methode ist weniger Zeitaufwendig und bringt einem ein Stück Fotografie zurück in die Hand, wo sie meiner Meinung nach auch hingehört. Ich gebe zu, es ist nicht einfach zu handhaben aber der Effekt den man bei Portraits oder Paarfotos erzielt, ist doch ein recht cooler. Bei der nächsten Hochzeit wird der Rüssel auf jeden Fall dabei sein. Also lacht bitte nicht über mich, wenn ich mit so einem krummen Dingen vor der Kamera herumlaufe.


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