Speedlite 580 EX II defekt

January 12, 2014  •  2 Kommentare

Es war mal wieder soweit und mein Arbeitstier, der Canon Speedlite 580EX II hat einen Defekt erlitten. Das ist echt blöd, denn ich kann auf diesen nicht verzichten. Eine Reparatur ist zu teuer, einen guten Gebrauchten und der Nachfolger momentan leider nicht drin. Gerne würde ich auf eine günstigere Yognuo Variante umsatteln aber die Masterfunktionen in Verbindung mit den PocketWizards möchte ich nicht missen, besonders nicht während einer Hochzeit. Aber erstmal zurück zum eigentlichen Problem. Der Zoommotor scheint den Reflektor nicht mehr zu bewegen. Wenn ich den Blitz einschalte, läuft der Motor an und nach ein paar Knacken hört er, nach unverrichteten Dingen auf. Auf dem Display erscheint ein Fehlercode, der mir aber nicht viel sagt.

Da hilft nur eines, Werkzeug her und auseinander schrauben.

An dieser Stelle möchte ich aber davon abraten, denn es ist nicht ungefährlich einen Blitz auseinander zu schrauben. Im Blitz sind Kondensatoren verbaut, die mit Hochspannung (bis zu 300Volt) aufgeladen sind und diese auch gerne wieder abgeben. Ein Berühren an der falschen Stelle kann somit nicht nur extrem schmerzhaft sein, sondern auch Herzkammerflimmern auslösen. Also dieses besser einen Fachmann überlassen.

Beim letzten Defekt war nach einem Sturz die Blitzröhre gebrochen, somit bin ich beim Zerlegen schon etwas erfahren. Damals habe ich die komplette Kopfeinheit getauscht, was das einfachste war. Nach erhalt des Ersatzteils war der Blitz innerhalb von 15min wieder funktionsbereit. Dieses mal sieht es so aus, als ob es auch auf einen kompletten Tausch der HeadUnit hinausläuft. Aber erstmal reingucken, was Sache ist.

Zuerst löst man die Gummiseitenteile ab, die aufgeklebt sind. Dieses funktioniert mit einem kleinen Küchenmesser sehr gut. Das Klebeband klebt danach noch immer 1a, so dass man die Gummiteile ohne Probleme wieder fest ankleben kann. Sind die Teile ab, kommt man an alle Schrauben und man kann den Kopf auseinander nehmen.

Wie bereits schon erwähnt, solltet Ihr keine Kontakte berühren. Die kupferfarbene Spule solltet ihr auf keinen Fall berühren, die ist nämlich mit Hochspannung geladen. Also ist hier wirklich Vorsicht geboten.

Der Übeltäter ist schnell gefunden. Hinten auf der Platine steckt normaler Weise ein kleines Flachkabel, was sich bei mir leider selbständig gemacht hat. Mit einer Pinzette habe ich das Kabel wieder an die richtige Stelle platziert. Ein kurzer Test mit eingelegten Batterien und siehe da, schon funktioniert auch der Motor wieder richtig.

Etwas fummelig wird es dann noch einmal mit dem Zusammenbau. Die zwei Scheiben müssen samt Dichtung wieder an Ihren alten Platz. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich es raushatte, in welcher Reihenfolge ich die Teile einbauen musste. Beim Zusammenbau muss drauf geachtet werden, dass keine Kabel eingeklemmt werden. Ist das Gehäuse wieder richtig geschlossen, so kann man die Schrauben einsetzen. Gummiteile drauf und fertig zum Testen – Test erfolgreich bestanden – das nächste Shooting kann kommen.

 


Kommentare

Reinhold Rauschenbach(nicht registriert)
Hallo, vielen Dank für die sehr gut bebilderte Anleitung, welche man sonst so nicht im Netz findet. Bei mir war es nach dem Austausch der Streuscheibe auch das kleine Flachbandkabel, welches sich gelöst hatte. Liess sich Dank Deiner Anleitung im Nu wieder reparieren.

Viele Grüße,
Reinhold
Tko(nicht registriert)
Vielen Dank, Du hast mir echt die Sorge genommen, das Ding mal aufzuschrauben. Die Blitzeinhait war verkantet und ließ sich durch durch vorsichtigen Druck wieder in die Schiene befördern, Gruss, Tko
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